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Entretien avec l'auteur

Verlorener Machtkampf

Für die Abschlussarbeit seines Studiums an der Pariser Sorbonne beschäftigte sich David Dominguez Muller mit der Geschichte von Radio-Luxembourg. Aus seinen Erkenntnissen hat der 34-Jährige mittlerweile ein Buch gemacht. Wichtigste Schlussfolgerung: die Franzosen haben lange Zeit versucht, RTL zu kontrollieren.

JOCHEN KUTTLER TELECRAN: Die RTL-Group ist zwar der größte audiovisuelle Konzern in Europa, die Geschichte des Unternehmens aber wissenschaftlich nur sehr schemenhaft aufgearbeitet worden. Warum?

DAVID DOMINGUEZ MÜLLER: Was die Anfangszeit des Senders betrifft, liegt das vor allen Dingen daran, dass man hier in Luxemburg nur schwer Zugang zu Quellen findet, wenn es denn überhaupt welche gibt. Wenn man etwas sucht, muss man schon viel Glück haben und jede Menge Ausdauer an den Tag legen. Etwas für die Nachwelt zu dokumentieren, war in Luxemburg nie selbstverständlich. Und ist es im Übrigen heute noch nicht.

TELECRAN: In Frankreich sind sie da eher fündig geworden...

DAVID DOMINGUEZ MULLER: Auch da war es nicht einfach, an Dokumente ranzukommen, aber zumindest gibt es sie. Wenn man einmal den roten Faden gefunden hat, dann ergibt sich vieles in der Folge von selbst. Ich habe in Paris unter anderem die Archive von Parisbas und Havas durchstöbern können. Das hat mir für meine Abschlussarbeit schon sehr weitergeholfen.

TELECRAN: Sie arbeiten in Ihrem Buch vor allen Dingen das wechselhafte Verhältnis zwischen der französischen Regierung und dem Luxemburger Sender auf. Da sind ja des Öfteren die Fetzen geflogen.

DAVID DOMINGUEZ MULLER: Das kann man wohl sagen. Nur wurden diese Machtkämpfe nie offen ausgetragen. In den 1950 er und 60er Jahren gab es einen erbitterten Streit um die mediale Lufthoheit. Dabei ging es auch und gerade um RTL. Die Journalisten des Senders waren der Regierung zu unabhängig geworden. Gerade in der Zeit des Algerienkrieges konnte und wollte die französische Regierung kritische Stimmen so leise wie möglich halten. Nun konnte sie auf die staatlichen Sender in Frankreich direkten Einfluss nehmen. Auf RTL aber nur indirekt.

TELECRAN: Inwiefern nur "indirekt"...?

DAVID DOMINGUEZ MULLER: Die Kapitalbeteiligungen auf französischer Seite gaben der Regierung zwar die Möglichkeit, an der ein oder anderen Strippe zu ziehen, aber niemals so, dass sie die Unabhängigkeit des Senders komplett in Frage stellen konnte.

TELECRAN: Trotzdem wird oft behauptet, RTL sei vor 1975 der französischen Regierung mehr oder weniger hörig gewesen.

DAVID DOMINGUEZ MULLER: Sagen wir mal so: Der Einfluss war unübersehbar. Und das hatte durchaus historische Gründe. In Frankreich war man schon in den Gründertagen von "Radio Luxembourg" bestrebt, ein Wörtchen beim Sender vor der Haustür mitzureden. Die damalige französische Regierung, die hinter den Kulissen aktiv am Aufbau der Gesellschaft beteiligt war, fand es politisch interessant, wenn ausgerechnet ein ausländischer Sender, der ja quasi als neutral galt, positiv über Frankreich berichten würde.

TELECRAN: Ein Marschrichtung, die spätestens in den 1960 er Jahren als gescheitert angesehen werden muss...

DAVID DOMINGUEZ MULLER: Ja. Den Machtkampf hat die französische Regierung im Laufe der Zeit klar verloren. Und das, obwohl sie zum einen versucht hatte, direkten politisch Einfluss zu nehmen und sich ihre Machtposition zum anderen mittels Kapitalaufkauf sichern wollte. Keine der beiden Rechnungen ging auf Dauer auf.

TELECRAN: Ende der 1970 er Jahren beruhigte sich die Lage zusehends. Waren die Konfliktfelder abhanden gekommen?

DAVID DOMINGUEZ MULLER: Nein, aber die Zeiten waren andere. Während die Franzosen um 1970 noch einmal einen Versuch unternahmen, eine Blockademehrheit bei der CLT zu erreichen, änderte sich sowohl das politische Umfeld als auch die politische Stimmung. Anfangs bekamen die Belgier mehr Einfluss, später dann die Deutschen.

TELECRAN: Mit dem Zusammenschluss der CLT-UFA mit dem britischen Programmanbieter Pearson TV im

Jochen Kuttler

TELECRAN (PAGE 38), octobre 2007


Das Buch von David Dominguez-Muller basiert auf einer wissenschaftlichen Arbeit, die der Luxemburger für die Buchform überarbeitet hat. Das 267 Seiten starke Werk gibt einen tiefgründigen Einblick in die frühere Struktur von RTL. Es arbeitet akribisch die Machtkämpfe jener Zeit auf. Besonders erfreulich: das in Französisch geschriebene Buch liest sich spannend und unterhaltsam. David Dominguez Muller: Radio- Luxembourg: Histoire dun media prive d'envergure europeenne L'Harmattan, 22,50 Euro.

RADIO-LUXEMBOURG, Histoire d'un média privé d'envergure européenne (2007)

RTL Group est actuellement le numéro 1 de l'audiovisuel en Europe. Cette entreprise dont les origines remontent à la fin des années 20 du siècle dernier trouve ses racines au Grand-duché de Luxembourg. En 1933, Radio-Luxembourg prend son envol et cette station"périphérique" au centre de l'Europe connaîtra un rayonnement progressif. Quelles raisons ont poussé des industriels français à créer une station radiophonique au Luxembourg ? Qu'est-ce qui explique son succès ? Quel accueil lui a réservé le monde politique européen ?

 


Auteur concerné :

David Dominguez Muller


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  dernière mise à jour : 22 août 2019 | © Harmattan - 2019 | À propos | Paiement en ligne | conditions générales de vente et mentions légales | frais de port